11.5.2026

Die Chronik der großen Wanderungen: Das Buch Amstetten

Kapitel 1: Der Auszug der Schülerschar

1 Und es begab sich im Lenz des Jahres zweitausendundsechsundzwanzig, als die Sonne den Morgentau von den Gräsern küsste, dass ein großes Rufen durch die Hallen des Turms der Weisheit schallte. 2 Die Ältesten der Lehrerschaft erhoben ihre Stimmen und sprachen zum Volke der Lernenden: „Gürtet eure Lenden und schnüret das Schuhwerk! Denn heute verlassen wir die Stätten der Schrift und der Zahlen, um das gelobte Land des Mostviertels zu schauen.“ 3 Da nahmen die Jünglinge und Jungfrauen ihre Ranzen auf den Rücken, darinnen Brot und Wasser für die Mühsal des Weges bereitet waren, und sie zogen aus mit lautem Frohlocken.

 

Kapitel 2: Die Prüfung in der Wildnis

1 Der Weg war weit und der Pfad wand sich wie eine Schlange durch die Hügel, die hinter den Toren Amstettens liegen.  Und siehe, die Hitze des Tages lastete schwer auf ihren Häuptern, und manch einer unter ihnen murrte im Stillen: „Warum haben wir die kühlen Mauern verlassen, um im Schweiße unseres Angesichts diese Pfade zu treten?“ 2 Doch die Hirten sprachen ihnen Mut zu und wiesen mit dem Stabe gen Horizont, wo das Ziel ihrer Sehnsucht in der Ferne schimmerte. Und sie sprachen: „Lasset uns suchen den Ort, von dem die Väter erzählten, wo der Saft der Äpfel und Birnen in Strömen fließt.“

 

Kapitel 3: Die Einkehr beim Mostbaron

1 Als aber die neunte Stunde heranbrach, war das Ende der Mühsal nah. Sie erblickten die Pracht der blühenden Bäume, die da standen wie Wächter in festlichem Gewand. Ein Duft von frischem Gras und fernen Verheißungen wehte ihnen entgegen, und die Müdigkeit wich aus ihren Gliedern. So kamen sie vor die Pforten des Mostbarons. Und siehe, das Tor stand weit offen für die Pilger der Bildung. 2 Der Baron empfing sie mit Milde und deckte ihnen in Gastfreundschaft die Tische mit Bort und er reichte ihnen den goldenen Most, den süßen Saft, auf dass sie ihren Durst löschten. Und sie aßen und tranken und wurden satt, und ihr Herz war fröhlich.

 

Kapitel 4: Die Heimkehr in Frieden

1 Nachdem sie gerastet hatten, erhoben sie sich gestärkt, denn die Gemeinschaft war fest wie der Fels in der Brandung. Sie kehrten heim ins tgm, ein jeder erfüllt von den Wundern, die er gesehen, und der Speise, die er genossen hatte. Und es herrschte Friede unter den Schülern, und die Erinnerung an den Pilgerweg blieb geschrieben in ihren Herzen für alle Zeit.